DM in Nürnberg - Sören im Siebener Rhythmus zu Bronze

​Sören Ludolph (links) in Nürnberg beim Kampf um die Bronzemedaille über 800 m der Männer.       Foto: Kiefner

Nürnberg (25./26.07.) Heftiger Wind blies den 800-Meter-Läufern ins Gesicht, als sie in Nürnberg zum Finale antraten. Sören Ludolph kämpfte auf der Zielgeraden um die Medaillen und belegte Rang drei hinter Robin Schembera und unserem  René Herms. Olympiasieger Nils Schumann musste sich mit dem vierten Platz zufrieden geben. Die Rede ist von der DM in Nürnberg im Jahr 2008, die für den damals 20-Jährigen Jungspund Sören den Durchbruch in der Hauptklasse darstellte. Seine weitere Geschichte ist bekannt:  DM-Titel in Serie,  EM-Halbfinale, Olympiateilnahme.

Und nun – sieben Jahre später – wieder Nürnberg, wieder stürmischer Wind und wieder Bronze für den inzwischen zum Routinier aufgerückten Sören. Und das nach zuletzt zwei erfolglosen Jahren mit Selbstzweifeln und Gedanken ans Aufhören. Chapeau für den Durchhaltewillen! Die Laufteam-Freunde auf den Rängen in Nürnberg waren begeistert.

Auch sonst hatten sie ihre Freude am Auftreten der Laufteam-Athleten.  Nach offensiv gestalteten Vorläufen  kamen  neben Sören auch Andreas Lange (800 m) und Viktor Kuk (1500 m) in die Finals. Da ließ sich Andreas dann allerdings an die Spitze des Feldes drängeln. Er machte 600 Meter lang unfreiwillig Führungsarbeit und wurde im Spurt auf Rang 10 durchgereicht. Nicht ganz neue Erkenntnis: Die Form ist bei ihm nicht so gut wie erhofft, zudem reicht sie nur für ein Rennen am Wochenende. Viktor belegte in 3:49,10 über 1500 Meter Rang sechs. Der galt vorher als optimale Ausbeute für ihn. Viktor wäre aber nicht Viktor, wenn er nach dem Rennen nicht mit sich gehadert hätte. Rang fünf sei drin gewesen… Über 5000 Meter erkämpfte sich Karsten Meier im Spurt den achten Platz. Eine Woche nach seinem starken Auftritt über 3000 Meter in Sarstedt (Bestzeit in einem Sololauf in 8:02,52min) war sein Kraftspeicher  möglicherweise noch nicht wieder ganz aufgefüllt. 10 Sekunden und 6 Plätze nach ihm lief Florian Pehrs durchs Ziel.

Jugend-DM mit Langstaffeln für Männer und Frauen in Jena

1. Staffel dq! - 2. Staffel überrascht mit zwei frischen Kugeln in der Waffel - David unter den Top-Acht

Jena (31.07 - 02.08.) Nochmal zurück in das Jahr 2008. Damals war die Jugend- und Staffel-DM ebenfalls eine Woche nach den DLV-Meisterschaften der Hauptklasse in Nürnberg. Austragungsort war  allerdings nicht Jena, sondern  Berlin. Unser Team wurde seinerzeit trotz dreier Finalisten in den Einzeldisziplinen als Staffel nur Achter. Um den Übermut unter den nun nach Jena gereisten acht Mittelstrecklern (sechs für zwei Staffeln samt je einem Ersatzmann)  nicht zu groß werden zu lassen, musste diese Geschichte im Vorfeld erzählt werden.

Mit Max Knof für Andreas Lange am Start bewältigte die erste Staffel ihre Aufgabe leicht. Viktor wurde  an Position vier liegend zwar in einen Sturz verwickelt, war nach eleganter Rolle  aber blitzschnell wieder auf den Beinen, griff den verlorengegangenen Stab und übergab als Vierter an Sören Ludolph, der das Rennen stressfrei nach Hause schaukelte. Die zweite Staffel verzichtete auf Karsten Meier und kam in der Besetzung Steffen Brümmer, Florian Pehrs und Fabian Brunswig mit der zehntbesten Zeit von 7:23,72 Minuten in das Finale.

Dann der Schock! Die erste Staffel wurde disqualifiziert. Ein einmaliger, bei  einer Langstaffel- DM noch nie da gewesener Vorfall! Viktor war Max bei der Stabannahme einige Zentimeter zu weit entgegen gekommen und hatte dabei die den Ablauf nach hinten begrenzende Linie knapp übertreten. Unabhängig davon, dass der Wechsel in der Wechselzone absolviert wurde und Viktor sich keinen Vorteil und anderen keinen Nachteil  verschaffte, wurde das Trio den Buchstaben der DLO folgend disqualifiziert. Jammern war zwecklos, der eingereichte Protest ebenfalls. Milde ist nicht vorgesehen. Der Mitfavorit LG Braunschweig I war aus dem Rennen.

​Die Bronze-Medaillen-Gewinner aus der zweiten Staffel.           Foto: Ludolph
​Fabian Brunswig.                                            Foto: Meyer

Glück im Unglück war es, dass „nur“ die eingesetzten Läufer der ersten Staffel (Knof, Kuk, Ludolph) disqualifiziert worden waren und nicht auch der im Vorlauf geschonte Andreas Lange. Die Staffel  LG Braunschweig II hatte im Finale mit Andreas Lange und Karsten Meier im Gegensatz zu etlichen Konkurrenten damit noch zwei frische Kugeln in der Waffel.

Im Endlauf dann ein Paukenschlag: Karsten bedankte sich für die Ruhepause tags zuvor mit einem starken Beitrag als Startläufer. Nach 2:26,5 Minuten übergab er gemeinsam mit dem Regensburger Felix Plinke an zweiter Stelle liegend. Die LG Höchstadt mit Marco Kurzdörfer war etwa 10 Meter enteilt.

Es folgte ein Auftritt von Fabian Brunswig, der als legendär  archiviert werden muss. Fabian  heftete sich ganz unbekümmert Florian Orth (Regensburg) und Patrick Schoenball  (Leverkusen) an die Fersen, holte mit diesen zusammen den Höchstädter Bastian Grau ein, distanzierte ihn und das ganze übrige Feld um mindestens 20 Meter und brachte mit seinem unglaublichen Trommelwirbel  (2:19,5 für 1000 Meter) plötzlich das Medaillenzeichen zurück in die Augen der Laufteam-Fans.

Andreas blieb im Schlepptau von Regensburg (Huber) und Leverkusen (Schembera). Während Wattenscheid, Sindelfingen und Karlsruhe frühzeitig geschlagen waren, minimierte Höchstadts Martin Grau den Abstand zum Spitzentrio zusehends. Als Grau 150 Meter vor dem Ziel dran war und attackieren wollte, kam ihm Andreas zuvor. Er distanzierte  ihn bereits Anfangs der Zielgeraden und rannte als Dritter hinter Leverkusen (7:08,77min) und Regensburg (7:08,97min) nach 7:09,55min) über die Ziellinie. Bronze für die Zweite   -   Fanfarenstoß!

Bereits zwei Tage zuvor machten in der U18 die Laufteam-Youngster David Brecht und Henrik Wagner über 3000 Meter Freude. David knackte die 9 Minuten und wurde in 8:59,67 Minuten Siebenter, zwei Plätze und 2,5 Sekunden nach ihm folgte Henrik.