Silbergrube für Lukas und die Teams

Deutsche Meisterschaften im Crosslauf (Markt Indersdorf, 7. März 2015) - Rehhagels Erklärungen

Als Silbermine erwies sich Markt Indersdorf bei Dachau für unsere Ausdauerathleten. Binnen einer Stunde, die in den Annalen des Laufteam Braunschweig als Sternstunde eingehen wird, errangen sie bei den Deutschen Meisterschaften im Crosslauf drei Silbermedaillen.

Den Anfang machten die Männer in der Mannschaftswertung auf der über 4,4 Kilometer führenden Mittelstrecke. Dass der sonst so starke Viktor Kuk wegen einer Erkältung dem Team nicht helfen konnte und mit Platz 26 vorlieb nehmen musste, wurde durch den überraschenden Beitrag von Fabian Brunswig kompensiert. In seinem besten Wettkampf seit über zwei  Jahren belegte er unter 113 Teilnehmern Rang 11 und lag damit nach 15:14 Minuten nur zwei Plätze und sieben Sekunden hinter Karsten Meier beziehungsweise zwei Plätze und 11 Sekunden vor Florian Pehrs.  Das Dreierteam kam mit 33 Platzierungspunkten auf Rang zwei hinter Titelverteidiger LG Nordschwarzwald (18 Zähler). Den Einzelsieg errang Benjamin Karus (Nordschwarzwald), der allerdings vom Fehler eines Streckenhelfers  profitierte. Im Gewirr von Flatterbändern im Zielbereich wurde der nach drei von vier Runden mit Abstand an der Spitze liegende  Martin Grau (Höchstadt) falsch eingewiesen und verlor damit die Führung.

​Fabian Brunswig trumpfte auf.       Foto: Kiefner

Fragezeichen gab es im Vorfeld der Meisterschaft um die Form der LG-U18-Läufer. Lukas Scholtyseks Vorbereitung war von einer Mandelentzündung beeinträchtigt und auch die anderen LG-Vertreter hatten wegen Grippe und eines Kahnbeinbruchs nicht gerade optimal trainieren können. Lukas ging das Rennen auf dem schweren, weil eckigen und stark profilierten Kurs entsprechend verhalten an. Nach zwei von vier Runden hatte er den Anschluss zur Spitze hergestellt, einen Kilometer später befand er sich in einer dreiköpfigen Ausreißergruppe  und auf den letzten 500 Metern verteidigte er bei nachlassenden Kräften Rang zwei hinter dem Breisgauer Markus Gröger und vor Pascal Kleyer aus Karlsruhe.

„Das muss mir einer erklären: 10 Tage habe ich Antibiotika  eingenommen, vor drei Tagen erstmals wieder einen Dauerlauf gemacht und jetzt bin ich Deutscher Vizemeister. Ich glaub, ich träume“, konnte der Laufteam-Filius sein Husarenstück nicht fassen. Die Erklärung bietet ihm das berühmte zeitlose Rehhagel-Zitat: „Grau ist alle Theorie, was zählt is aufm Platz.“ Die U18-Mannschaft der LG mit Lukas, Henrik Wagner und David Brecht holte mit 40 Punkten eine weitere Silbermedaille nach Braunschweig.

Laufteam-Nachwuchskandidaten bringen sich in Positur.

​Lukas Scholtysek (260) beim Kampf um die Deutsche Meisterschaft mit Markus Gröger.        Foto: Scholtysek