Fate und Karsten mit Meisterschaftsrekorden bei den NLV-Titelkämpfen über 10 km

NLV-Landesmeisterschaften über 10 km: (Lingen-Baccum, 22. März 2015) - Neues aus dem Raritätenkabinett

Fünf Titel  innerhalb von 90 Minuten gaben unseren Laufteam-Athleten bei den Landesmeisterschaften im Straßenlauf über 10 Kilometer in Lingen-Baccum erneut die Möglichkeit, als Sieger bescheiden aufzutreten. Auch diese Chance haben sie genutzt.

 

Bei den Frauen lief unsere seit 2013 dem Laufteam  angehörende Fate Tola Geleto vom Start weg in einer eigenen Liga. Nach 16:50 Minuten zur Streckenhälfte beschleunigte sie und errang in 33:04 Minuten den Landestitel. Schneller war bei gleichem Anlass noch keine Läuferin. Das gilt auch für unsere legendäre Luminita Zaituc, die Vizeeuropameisterin im Marathonlauf von 2002. Schade nur, dass Fate und Familie wegen einer Bindehautentzündung von Töchterchen Samiya rasch nach Hause mussten und an der Siegerehrung nicht mehr teilnehmen konnten.

 

Der mit einer Bestzeit von 31:03 Minuten angereiste Karsten Meier muss Fate genau zugeschaut und ihr dabei etwas abgeguckt haben. Bereits nach drei Kilometern hatte er alle Verfolger abgeschüttelt  und lief nur noch gegen die Zeit, mit der er fortan einen spannenden Zweikampf führte.  Im Moment des Zieldurchlaufs  zeigte die Uhr noch 29:59 Minuten. Dennoch gab es bis zur Siegerehrung  Anlass, über die Zeitnahme zu grübeln. Auf der Bahn wird in Hundertstel gemessen. Auf der Straße nur in vollen Sekunden, was eigentlich veraltet sein sollte.

 

Frage: Wann springt die Uhr um? Rundet sie nach 29 Minuten und 59,5 Sekunden sofort auf die nächste volle Sekunde auf oder erscheint die 30 erst nach 59,999 usw. Sekunden und damit bis zu einer halben Sekunde nach dem später im Wettkampfbüro erfolgenden Aufrunden? In einer halben Sekunde läuft Karsten im Spurt etwa dreieinhalb Meter. Mit anderen Worten: Ist er der am Ziel sichtbaren Uhrzeit um bis zu 3,5 Meter hinterher gerannt? Also doch 30:00 Minuten?

​Fate Tola lief in einer eigenen Liga.                   Foto: Nitze

Die Siegerehrung brachte die Auflösung und beendete das Philosophieren über Zeit und Entfernung:  Bestzeit und Meisterschaftsrekord von 29:59 Minuten für Karsten. Rang zwei ging in 31:13 Minuten an Heiko Baier, dessen Training durch  Probleme an der Achillessehne erneut beeinträchtigt war. Er wurde zudem Meister in der Altersklasse M30. Fabian Brunswig  steigerte sich auf 31:16 Minuten, siegte in der separaten Auswertung der U23 und machte als Dritter des Gesamteinlaufs den Mannschaftssieg perfekt. Zu viel riskiert hatte Florian Pehrs mit seinem Versuch, Karsten Meiers Tempo mitzugehen. Hinter Philip Champignon aus Kirchdorf, dem besten „Nicht-LG-Läufer“, fiel er auf Rang fünf in 31:26 Minuten zurück.

 

Ein dickes Lob verdient der örtliche Ausrichter. Freundliches und geduldiges Auftreten der Verantwortlichen gegenüber den Athleten sowie zeitnahe Siegerehrungen waren ebenso allererste Sahne wie das von freiwilligen Helferinnen bereit gestellte Kuchenbuffet. An diesem Eindruck konnte auch jener Kampfrichter nicht rütteln, der eine Rechtskurve bewachte, bei der die Gefahr bestand, dass Läufer auf dem schmalen Asphaltweg nach innen von der Strecke herunter für wenige Schritte auf den unebenen Straßenrand traten. Ein Markierungshütchen, das an dieser Stelle deutlich Zeichen hätte setzen können, stand einige Meter vor dem Scheitelpunkt der Kurve und damit am falschen Ort. „Sie haben soeben die Strecke verlassen!“ rief der Aufpasser den  „Sündern“ in rascher Folge mit  dem Charme eines Maschinengewehrs zu. Der Bitte, das Markierungshütchen doch auf den Scheitelpunkt der Kurve zu setzen und das Verlassen der Strecke bei dessen Umlaufen damit unmöglich zu machen, wies der Ordner aus dem leichtathletischen Raritätenkabinett empört zurück: „Die wissen genau, wo sie laufen müssen.“ Richtig gute Veranstaltungen verkraften auch solche Mitarbeiter. Chapeau Lingen-Baccum.