Julius Lawnik überrascht über 800 m mit Rang fünf

Max Dieterich verpasst knapp den Finaleinzug – Karsten Meier zeigt sich nach Bummeltempo enttäuscht

Julius Lawnik führte knapp 600 m lang das Feld an und belohnte sich mit Rang fünf.                      Foto: Theo Kiefner

Bei den deutschen Meisterschaften der Leichtathleten in Nürnberg erarbeiteten sich vier der fünf angetretenen Läufer des Laufteams eine Finalteilnahme. Für die wohl größte Überraschung und zugleich beste Platzierung sorgte Julius Lawnik. Der eigentliche 1500-m-Spezialist musste über 800 m an den Start gehen, da ihm die Normunterbietung auf seiner Hauptstrecke nicht gelungen war. Nach Zwangspausen durch Verletzungen und Krankheiten im Winter hatte sich der 22-Jährige oft zu sehr unter Druck gesetzt und war häufig nicht an den Start gegangen. Die Qualifikation für die Europameisterschaften in Berlin war sein eigentlich auserkorenes Ziel für die Saison. Nach gescheiterten Versuchen konzentrierte sich Julius zuletzt vollends auf die kürzere Mittelstrecke. Die Rechnung ging in Nürnberg auf. Obwohl er vor den Titelkämpfen in der deutschen Bestenliste nur auf Rang vierzehn geführt wurde und damit deutlicher Außenseiter war, qualifizierte er sich für das Finale der besten Acht. Im Finallauf zeigte sich der LG-Mittelstreckler dann in Topform und führte das Feld fast 600 m sogar an. "Ich bin einfach von vorn gelaufen und habe mich gewundert, dass so lange niemand an mir vorbeigezogen ist" zeigte sich Julius im Rennen überrascht. Als die Favoriten um die Medaillen auf den letzten 200 Metern erwartungsgemäß vorbeizogen, befand sich der Braunschweiger in guter Position und konnte trotz vorheriger Tempoarbeit überraschend den fünften Platz auf der Zielgeraden verteidigen. In 1:48,91 Minuten verbesserte er sogar seine persönliche Bestleistung um knapp eine halbe Sekunde. "Ich bin sehr zufrieden" teilte Julius mit, der zum Saisonhöhepunkt nun doch noch zu seiner Form finden und gar abseits seiner Hauptstrecke einen großen Erfolg auf nationaler Ebene verbuchen konnte.
Max Dieterich war aus Braunschweiger Sicht der zweite Starter über 800 m. Als noch U20-Jugendlicher gehörte er im Feld der Männer wie Julius zu den Außenseitern. Im zweiten Vorlauf zeigte er dennoch ein couragiertes Rennen und war lange Zeit auf Kurs, sich für das Finale zu qualifizieren. In 1:50,77 Minuten hatte er unter allen Teilnehmern die neuntschnellste Zeit erzielt und verpasste nur um eine Platzierung die Sensation. „Für mich war schön, mal Erfahrungen auf dem höheren Niveau der Männer zu sammeln. Allerdings war ich schon enttäuscht, dass es nicht für das Finale gereicht hat, da ich es mir

zugetraut hätte", zog Max das Fazit und teilte zugleich mit, dass es ihm sehr viel Spaß bereitet hat, erstmals auf dem höheren Niveau der Männer bei so großer Kulisse zu laufen. Mit seiner Leistung in Nürnberg hat er angedeutet, dass ihm bei den Männern den Sprung zur nationalen Spitze gelingen könnte.

Die Enttäuschung überwog auch bei Karsten Meier. Der diesjährige deutsche Meister im Halbmarathon war zuletzt von der Straße wieder auf die Bahn zurückgekehrt und hatte mit einer Medaille gerechnet, wenn es optimal läuft. Wie in einem Meisterschaftsrennen nicht anders zu erwarten war, wollte keiner so richtig das Tempo machen, sodass sich von Beginn an ein Bummeltempo entwickelte. "Ich habe mich eigentlich nicht ganz schlecht angestellt. Ich war immer weit vorne und hatte eine gute Position für den Endspurt" sagte Karsten. Das Rennen war durch viele Rempler sehr unruhig. Als es dann kurz vor Schluss ernst wurde, hatte der LG-Langstreckler überhaupt keine Chance um die Medaillen mitzulaufen. Am Ende reichte es nur zu Rang elf. "Das ärgert mich natürlich sehr. Vielleicht war die Saison einfach etwas zu lang. Mit Cross, Halbmarathon, Marathon und dann noch dem Ausflug auf die 10.000 m habe ich auf vielen Hochzeiten getanzt" musste sich Meier rückblickend eingestehen. Nun wird er eine kleine Pause einlegen und sich anschließend auf den nächsten Höhepunkt konzentrieren, den deutschen Meisterschaften im 10-km-Straßenlauf.

Viktor Kuk und Andreas Lange hatten in Nürnberg ihr Minimalziel erreicht und sich über 1500 m für das Finale der besten Zwölf qualifiziert. Das Rennen wurde vom ehemaligen Erfurter 800-m-Spezialisten Sebastian Keiner kontrolliert und entsprechend langsam gestaltet. Als 300 m vor Schluss der Endspurt losging, hatte Viktor die bessere Position, konnte hinten heraus dann aber auch nicht beim Kampf um die vorderen Platzierungen eingreifen. Viktor musste sich am Ende mit dem zehnten Rang zufrieden geben und Andreas lief als Zwölfter durchs Ziel.

Impressionen

Von Nico Jekov

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