Wir laufen für Dich weiter - Saisonrückblick 2017

​Berni Bröger.

Es war auch für die Spitzenläufer der Braunschweiger Leichtathletikfamilie ein ganz schwieriges Jahr. Die Rundumbetreuung durch Berni Bröger war im Winter schon nicht mehr ganz so wie gewohnt möglich. Berni selbst war besonders traurig, als er aus gesundheitlichen Gründen erstmals eine Deutsche Hallenmeisterschaft nicht in seiner gewohnten Rolle vor Ort begleiten konnte. Als wir mit seiner Familie und Freunden Abschied nehmen mussten, hatten die Laufteamathleten – Aktive und Ehemalige – ihren Kranz mit dem Satz versehen: „Wir laufen für Dich weiter“. So hat man es von den Aktiven in der Folgezeit dann tatsächlich häufiger gehört, gerade bei Deutschen Meisterschaften, auch und gerade von Bernis großen Nachwuchshoffnungen, deren Erfolge er so gern weiter miterlebt hätte. Erfolge gab es im Übrigen – sollen wir sagen, wie gewohnt – auch in diesem Jahr nahezu im Monatstakt, obwohl für einige unserer Spitzenathleten im Leben neben dem Sport Veränderungen anstanden und anstehen. Die Athleten deckten bei Deutschen Meisterschaften von Platz eins bis acht alles ab, zum Teil auch mehrfach. Die Junior-Laufteam-Mitglieder zeigten Spitzenleistungen im Jahr 2017 – sie sorgten für beste Meisterschaftsplatzierungen und sie sind unsere Zukunft. Gleich zu Beginn des Jahres legten  Max, David und Henrik los, als Silbermedaillengewinner in der Mannschaft der Jugend bei den deutschen Crosslaufmeisterschaften. Keiner hatte das erwartet – allerdings, der Trainer Berni Bröger hatte das schon für denkbar gehalten.

Inzwischen hat es für alle Veränderungen gegeben oder sie denken darüber nach. Wie es eben so ist bei jungen Leuten. Tim Niklas Schwippel ist nach sehr guten Saisoneinstand mit Bestzeiten und guten DM Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften erstmal weg - für zwei Jahre beruflich nach China. Steffen Brümmer hat zwischenzeitlich dem Leistungssport Ade gesagt. Aber die Anderen:

Die Jungspunde – Zukunftshoffnungen und schon Garanten für TOP-Plätze bei den DM

David Brecht – versprochen ist gehalten

Eigentlich hatte er sich von der Saison noch etwas mehr versprochen, jedenfalls was die (Best-)Zeiten anbetrifft. Der junge Langstreckler David Brecht hat trotzdem viel erreicht in seiner letzten Saison als Jugendlicher, viel mehr, als die meisten erwartet hatten. Er war Zweiter mit Max und Henrik in der Mannschaft bei den Jugendlichen bei der Cross-DM, er lieferte in der – gesundheitlichen dezimierten oder zumindest angeschlagenen - Männermannschaft bei der 10 km Straßen-DM als einziger der drei ein TOP-Rennen mit Bestzeit ab und war dabei in der Juniorenwertung noch fördervereinsprämienträchtig platziert. Vor allem aber: Der MTV´ler belegte nach einem beeindruckenden, taktisch sehr erwachsenen Rennen den dritten Platz bei den DM der U 20 - Jugendlichen in Ulm über seine Strecke, den 5.000 Metern, und das mit Bestzeit. Genau das war sein Saisonziel. Genau das konnte man (außer David) vorher nicht ohne weiteres erwarten, war er doch mit der langsamsten Zeit aller angetretenen Teilnehmer gemeldet. Am Ende platzte er vor Stolz -  mindestens drei Tage lang. Mal gucken, was folgt, wenn er jetzt die Juniorenklasse anfasst. Man kann durchaus erwartungsfroh sein.

Der Student hat zwischenzeitlich auch ernsthaft einen Wechsel nach Hannover überlegt – natürlich nicht vereinstechnisch, sondern studientechnisch und trainertechnisch – zum Landestrainer, dort, wo schon ein weiterer LG-Jungspund gelandet ist.

​David Brecht (705) bei den deutschen Jugend-meisterschaften in Ulm. Foto: Kiefner

Max Dieterich – Ein Talent in der Spur

​Max Dieterich bei seinem 800-m-Lauf in Ulm zu DM-Bronze. Foto: Kiefner                

Der Braunschweiger Laufpapst Berni Bröger sprach schon reichlich früh: Max Dieterich hat das Talent zu einem zweiten Sören L. – die einen schüttelten etwas irritiert den Kopf, die anderen folgten dem Gedanken recht willig.

Die einen staunten in diesem Jahr schon ein wenig, die anderen sagten: War doch irgendwie logisch. Wie auch immer: Der MTV-Athlet stieg im Jahr 2017 zum bestplatzierten 800 Meter-Läufer seines jüngeren U-20 Jahrganges auf, als Dritter bei der DM in Ulm. Was waren das für zwei beherzte, für seine Verhältnisse offensive Läufe innerhalb von 24 Stunden. Erst als souveräner Vorlaufsieger, im Endlauf nicht am Ende des Feldes hinterherdaddeln, sondern trotz eher ruhigeren Tempos als einziger immer an den beiden Spitzenläufern Kleyer (Karlsruhe) und Schulz (Cottbus) vorn möglichst dicht dran. 150 Meter vor dem Ziel schien die Medaille schon sicher – der junge Mann ist eine ausgewiesene Spurtgranate -, für einen Moment dachte man an noch mehr. Na gut, die beiden Anderen, Älteren mit Bestzeiten, die drei bis vier Sekunden schneller sind, behielten (noch) die Oberhand gegenüber Bronze-Max, der das schon einmal war in 2016 bei den U 18- Jugendlichen. Aber der Junge freute sich tierisch über den dritten Platz nur knapp hinter Kleyer. Bei der Hallen-DM zu Beginn des Jahres dagegen hatte ihm nach einem Mexikoaufenthalt noch etwas die Härte für zwei schnelle Rennen gefehlt; dort war er nach souveränem Vorlaufsieg Achter geworden. Nach Ulm weiß er, wie es richtig gehen kann über 800 Meter: Die Saison richtig planen trotz zwischenzeitlicher Krankheit oder Verletzung, zum eigenen Saisonhöhepunkt besonders fit sein (Max, das hast Du genial hinbekommen, inklusive der Vorausberechnung, wer nicht mehr so stark wie im Mai sein wird!), im Rennen immer nach vorn orientieren, dort den Kontakt halten und dann ab zum richtigen Zeitpunkt. Eben möglichst spät wie jener Sören L.. Unter der Fittiche des Landestrainers Jörg Voigt trainieren, in Hannover im Sportinternat leben, in Hannover zur Schule gehen unter völlig neuen, anderen äußeren Umständen als zuvor, in der von Papa Uli sportlich so engagiert begleiteten heimischen Umgebung. So macht es Max seit August des Jahres 2017. So wie Sören L. damals, nur heißt dessen Papa Gunter. Jetzt träumt Max ein wenig von internationalen U-20-Ehren im nächsten Jahr. Hat Sören L. auch so oder ähnlich gemacht damals.  Wir bleiben dran, auch bei der Frage, wie der unbekümmerte Max mit dem unvermeidlichen Mitfavoritendasein auf nationaler jugendlicher Ebene im nächsten Jahr umgehen kann und wird.

Henrik Wagner - 2018 zum Halali auf seine Bestleistungen blasen

Für Henrik Wagner stand 2017 der Bau seines Abiturs im Vordergrund, das er erfolgreich ablegte. Diesem Vorhaben widmete er viel Konzentration und Energie, was naturgemäß auch ein wenig zu Lasten des Leistungssports gegangen ist. Im größeren Abstand zu den Prüfungen erzielte der von Ralf Weber trainierte Einträchtler bei Meisterschaften gleichwohl eine Reihe schöner Erfolge. So wurde er in der U20 niedersächsischer Landeshallenmeister über 3000m, im Sommer Titelträger über 5000 Meter, trug beim Landescross zum Mannschaftsteamsieg bei und gewann im Verbund mit David Brecht und Max Dieterich Mannschaftssilber bei der Cross-DM. Inzwischen hat Henrik eine Ausbildung bei Siemens begonnen und will 2018 zum Halali auf seine Bestleistungen blasen.

Die Arrivierten – Einzelplatzierungen en masse, 3 x 1.000 Meter-Staffeltitel

Viktor Kuk- Jäger und Sammler statt Wundertüte

​Viktor Kuk auf dem Weg zum Landestitel über die Hindernisse. Foto: Großmann

Einst fachsimpelten Mitgereiste am Rande der Bande: Mal sehen, was die Wundertüte Viktor heute so hergibt. Das allerdings ist längst Geschichte. Wie schon vor zwei Jahren war der Mittelstreckler auch in diesem Jahr der Fahnenträger der Laufteamathleten, was etwa die Meisterschaftserfolge angeht. Die besten Einzelplatzierungen bei den Männern mit Platz vier in der Halle und Platz sechs auf der Bahn, garniert mit neuen persönlichen Bestzeiten zu beiden Höhepunkten, stehen für ihn zu Buch. Dazu sind es die meisten Niedersachsentitel. Wie viele genau es sind, weiß der Athlet selber nicht. In Richtung zweistellig geht es für den Jäger und Sammler Viktor schon. Seine drei Einzeltitel im Sommer zauberte der vielseitige Mittelstreckler innerhalb einer Woche auf die Bahn, zwischenzeitlich kurz unterbrochen durch eine zwischenzeitliche Bestzeit über 1.500 Meter beim internationalen Meeting in Osterode in eben jener Woche. Apropos (bisherige) Spezialstrecke: Der Lehramtsstudent Viktor, auch Landesmeister über 3.000 Meter Hindernis zu Beginn jener Woche, plant künftig auch verstärkt für diese Strecke und träumt – wie manche seiner Laufkollegen – von einer ganz schnellen Zeit, die die Tür zu internationalen Einsätzen öffnen könnte. Seine diesjährige Saison schloss Viktor allerdings als Schlussläufer der DM-Staffel ab. Er trug das ausgeglichenste Trio mit einem offensiven und beherzten Rennen zum knappen, vielumjubelten Sieg, nachdem er den Stab von Andreas Lange in der Spitzengruppe übernommen hatte, wie der seinerseits zuvor von Startläufer Julius Lawnik.

Andreas Lange – Bestzeit über 1.500 Meter und Staffeltitel

Der Student aus Hamburg haderte trotz persönlicher Bestzeit über 1.500 Meter, trotz  fünfter und siebter Plätze bei den DM jeweils unmittelbar hinter Viktor und trotz des DM-Staffeltitels ein wenig mit seinen erzielten Zeiten; die persönliche Messlatte lag wohl noch die eine oder andere Sekunde höher bzw. zeitlich tiefer. Vielleicht sollte Andreas für nächstes Jahr überlegen, die international besetzten Meetings an weit entfernten Orten noch etwas dosierter und gezielter anzugehen als in diesem Jahr, in dem er gefühlt am meisten von allen unseren Athleten an solchen Wettkämpfen teilnahm. Im Moment ist ohnehin nur schmale Laufkost angesagt bzw. sogar Fastenzeit. Seit Wochen plagt den BWL-Studenten, der zur Zeit ein Vollzeitpraktikum absolviert und den Studienabschluss anstrebt, eine hartnäckigere Verletzung. Die Hallensaison 2018 wird deshalb wohl – zumindest weitgehend - ohne Andreas stattfinden. Mit einem Hintertürchen: Die Hallen-DM Ende Februar, besser gesagt die Staffel-DM. Wie gesagt, 3x1.000 Meter Staffel geht fast immer. Schön, dieser Teamgedanke bei dem Teamläufer Andreas, der insgeheim wie die anderen Jungs davon träumt, sich noch einmal international zu qualifizieren. Schließlich war er vor einigen Jahren Deutscher Meister über 800 Meter.

​Andreas Lange (Mitte) umringt von seinen Laufteam-Kollegen Julius Lawnik (l.) und Viktor Kuk, nachdem mit diesen bei den Deutschen Meisterschaften Gold über 3 x 1000 m errungen hatte. Foto: Kiefner

Julius Lawnik – Versöhnliches Ende einer Seuchensaison und sehr gute Perspektiven

​Julius Lawnik geht mit ambitionierten Zielen in die Saison 2018. Foto: Kiefner

Mit hohen Zielen war Julius in seine Saison gegangen – die U 23-EM und ein vorderer Platz bei den Junioren wie den Männern sollten es über 1500 Meter sein. Daraus wurde verletzungs- und krankheitsbedingt leider nichts. Planmäßig noch der erste Auftritt im LG-Trikot als Sieger über 3000 Meter im Land. Unplanmäßig schon die erste Krankheit und das damit verbundene Platzen der 3x1000-Meter-Staffel in der Halle. Danach gaben sich weitere Krankheiten und Verletzungen die Klinke in die Hand im Hause Lawnik. Umso erstaunlicher nach nur wenigen Wochen geordneten Trainings Ende Mai / Anfang Juni die Zeiten von 1:49 Minuten über 800 Meter und sogar als Jahresschnellster unseres Mittelstreckler-Dreigestirns mit 3:43 Minuten über 1500 Meter. Dann wieder Verletzung und Krankheit, also auch Ade der DM in Erfurt. Die Zeit bis zur Staffel-DM rannte, Julius schaffte es dennoch und rannte als Startläufer in die gewünschte vordere Position für den Titel mit Andreas und Viktor. Von da an guckte der junge Mann wieder deutlich entspannter in die Welt. Völlig entspannt ist er, seitdem er mit seinem Arbeitgeber nach dem Abschluss der Ausbildung zum Mechatroniker einen Arbeitsvertrag abschließen konnte, der zugleich eine optimale Sportförderung beinhaltet. Das konkrete Modell gibt Julius die sichere Möglichkeit eines zweimaligen täglichen Trainings bei finanzieller Absicherung. Also genau das, was er in den Jahren seiner Ausbildung nicht genießen konnte. Natürlich sind die Ziele für 2018 jetzt erst recht ambitioniert.

Karsten Meier – Comeback mit Schallmauerdurchbruch

Ein Fußbruch im Mai 2016 hatte ihn für den Rest des Jahres außer Gefecht gesetzt. Das Comeback auf der nationalen Laufbühne nach einigen Volksläufen gelang ab dem Frühjahr 2017 beeindruckend. Der zehnte Platz bei den Halbmarathon-DM in Hannover, zugleich Platz vier in der Mannschaft mit Andreas Kuhlen und Paul Lennart Kruse – letzterer verdrängte sogar den Mister Zuverlässig der letzten Jahre für Staffeln und Mannschaften, Florian Pehrs -  war schon für sich genommen beachtlich. Über 10.000 Meter auf der Bahn ließ Karsten dann einen bemerkenswerten sechsten DM-Platz folgen, dies sogar mit neuer Bestzeit von 29:40 Minuten. Was folgte, war der Aufstieg in die nationale Langstreckenspitze mit einem Schallmauerdurchbruch (so werden gemeinhin die 14 Minuten über 5.000 Meter bezeichnet) und der Verbesserung der persönlichen Bestzeit um satte elf Sekunden auf 13:51 Minuten im belgischen Heusen-Zolder nach dem vorherigen sechsten Platz bei den DM in Erfurt über diese Strecke. Nur schade, dass dem Comebacker Karsten zum Saisonabschluss eine ähnlich gute Zeit (und weitere gute DM-Platzierung) über 10 km auf der Straße durch einen Infekt verwehrt blieb und demzufolge der Mannschaft mit Florian Pehrs und David Brecht. Dafür gab es nach dem verhinderten sportlichen Jahresabschluss für den bisherigen Studenten Karsten das Masterexamen, noch mehr Zeit für noch intensiveres Training und den verwegen klingenden Plan, im nächsten Frühjahr die Marathonstrecke anzugehen. Bei der EM 2018 in Berlin gibt es im Marathon neben der Einzelkonkurrenz eine Teamwertung. Unter 2:17 Stunden muss man für eine Qualifikation laufen. Davon träumt Karsten wie andere Langstreckler in Deutschland. Viele von Ihnen wollen sich im Frühjahr erstmals im Marathon und gleich an jener Zeit als ambitionierte Zielmarke versuchen. Vielleicht gelingt es auch und gerade dem Mann, der 5.000 Meter in 2017 deutlich unter 14 Minuten gelaufen ist.

Fate Tola Geleto – International unter Wert bei der WM

​Fate Tola im Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften über 5.000 m.

Unser bisheriges Aushängeschild  war auch im Jahr 2017  bei den Aktiven die einzig international Tätige. Aushängeschild auch für den Veranstalter war Fate zunächst beim ihrem ersten Marathon in Hannover, den sie hochüberlegen mit einer 2:27ér Zeit gewann, was sie frohen Mutes gen London blicken ließ. Dort, im August bei WM nur vier Monate nach Hannover, machten ihr allerdings im Training zuletzt aufgetretene Oberschenkelprobleme im letzten Teil der Strecke zu schaffen, so dass sie ihren WM-Marathon als 22. in einer für sie selbst mäßigen Zeit beendete, wenngleich als beste Deutsche. Zuvor hatten nicht wenige Beobachter ungefähr Platz zehn als realistisch angesehen. Was dann spontan folgte, war der Entschluss zu einem dritten Marathon Ende Oktober in Frankfurt, den sie im Vorjahr als Zweite und zugleich als deutsche Meisterin beendet hatte. Fate wusste um das Risiko eines weiteren Marathons in so kurzer, an sich zu dichter Abfolge, sie ging es ein und sie bekam es, als ein Aushängeschild auch dieses Veranstalters, im letzten Viertel der Strecke zu spüren. Bei ihr nachlassende Kräfte führten zu neuen Kräften bei Katharina Heinig aus Frankfurt. Die Lokalmatadorin schloss erst zu Fate auf, hängte sie dann ab und feierte am Ende ihren Deutschen Meistertitel überschwänglich. Unser Aushängeschild war tapfer, lief durch und wurde Deutsche Vizemeisterin. Trotzdem: Drei Marathons in einem Jahr wird sie künftig wohl kaum noch angehen, leider definitiv keinen mehr im Trikot der LG Braunschweig. Die Profiathletin Fate bekam andere, bessere Angebote. Dass es am Ende Hannover wurde, war für Niedersachsen allerdings überraschend.

Alles Gute für Eure sportliche und familiäre Zukunft, Fate, Musa und Samiya.

Heiko Baier - Phoenix aus der Asche

Zwei Jahre war es sehr ruhig um ihn geworden und er dachte ernsthaft an den Abschied. Aber irgendwie juckt es ihn immer noch, den Titelsammler. Spurtsiege in Norddeutschland sind bekanntlich sein jährliches Brot. Gesagt, getan auch in diesem Jahr. Der Landesmeister über 10 km auf der Straße heißt einmal mehr Heiko Baier, auch der auf der Bahn über 5.000 Meter. Beides natürlich im Spurt – einmal sogar gegen seinen Kumpel und LG-Wieder-Vereinskollegen Andreas Kuhlen auf der Straße. Schnelle Zeiten sind dem Hessen Heiko dabei völlig Wurscht. Letzteres war allerdings doch ein einziges Mal anders, nämlich zu Saisonbeginn auf der Bahn am deutschen Zeitenjägerwochenende u.a. in Karlsruhe und Tübingen. Dort schoss der MTV-Athlet Heiko, Oldie unter den LG-Laufassen, unerwartet den Vogel ab. In einem internationalen Feld schwamm er in einem größeren Pulk mit und hielt sich als Achter des A-Laufes mit 14:15 Minuten ganz hervorragend. Das bedeutete zugleich die sichere Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften. Nur schade, dass er dort etwas uninspiriert wirkte und eher sang- und klanglos ausstieg – obwohl es doch irgendwie ein Spurtrennen war. Einige Wochen später sprach Heiko von fehlender Motivation, vor kurzem sprach er eher von der Qualifikation für die DM in der Halle über 3.000 Meter in 2018 und aktuell spricht er von einem längeren Infekt. Irgendwie ahnt der Beobachter, was da so kommen könnte

​Karsten Meier blieb 2017 erstmals unter der Schallmauer von 14 Minuten. Foto: Meyer