Saisonrückblick 2016

​Fate Tola im deutschen Nationaltrikot bei den Europameisterschaften.                     Foto: Kiefner

Fate Tola Geleto

Große Erfolge lösen in uns Menschen eine Menge aus. Sie erheben uns und eröffnen uns Perspektiven, mobilisieren unsere Energien und führen zu neuen Zielen. Bei unserer Langstrecklerin Fate Tola traf all dies nach ihrem Marathon in Boston zu. Boston ist ein sehr schwieriges Pflaster, für die Aufstellung neuer Bestleistungen kaum geeignet. Im Hinblick auf den Reise-Stress, den sie sich dabei antat, verstand auch nicht jeder ihre Entscheidung, sich gerade dort zu versuchen. Aber was geschah? Inmitten der zu einem Großteil versammelten Weltelite behauptete sich die Mutter einer dreijährigen Tochter bravourös und wurde Achte bei den Frauen! Nun war vielen schlagartig klar und sah sich Fate selbst darin bestätigt, dass sie nach Rio gehörte. Zu den Olympischen Spielen. Unbedingt.

Olympia. Die Faszination für das Schauspiel der Weltjugend, die alle vier Jahre zusammenkommt, um in allen möglichen sportlichen Disziplinen ihre Besten zu ermitteln, ist in der globalisierten Welt weiterhin hoch, trotz des Doping-Sumpfs, trotz der Korruption im IOC. Für einen Profi-Sportler bedeutet allein schon die mit Olympia verbundene mediale Aufmerksamkeit ein Füllhorn an Chancen, das sich keiner entgehen lassen mag. Fate hatte nur ein Problem: Sie besaß noch nicht die Staatsangehörigkeit ihres neuen Heimatlandes, für das sie bei Olympia nur starten wollte und konnte. Und das für den Marathonlauf vorgezogene Ende der Nominierungsfrist stand kurz bevor. Die Verfolgung ihres Einbürgerungsvorhabens geriet zu einem Wettlauf mit der Zeit. Zwischen der Passbehörde ihrer hessischen Heimatgemeinde, dem DLV und Fate kam es unter dem Zeitdruck zu allerlei Missverständnissen, die sie stark belasteten.

Schließlich stellte sich heraus, dass für die Zulassung zum Sprachtest die Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang zwingend erforderlich war– auch für Sportler, die der Verband mit Dringlichkeitsstempel protegierte. Die ihr zuvor gegebene gegenteilige Information erwies sich als veraltet. So unterzog sie sich dem Lehrgang, doch ihr Vertrauen in die Behörde war dahin. Sie verlegte ihren Wohnsitz nach Braunschweig, wo ihr eine sehr umsichtig und kooperativ agierende Stadtverwaltung begegnete. Doch leider kam der Pass für die Olympia-Nominierung im Marathonlauf gleichwohl zu spät.

So blieb ihr zunächst nur die Europameisterschaft in Amsterdam. Für den dortigen Halbmarathon ließ der Deutsche Leichtathletik-Verband wiederum einen vorgezogenen Meldeschuss gelten, weil hier anders als bei den Bahndisziplinen keine nationalen Meisterschaften mehr abzuwarten waren. So blieb mit Fate aufs Neue die stärkste deutsche Läuferin von einem Meisterschaftswettbewerb ausgeschlossen. Sie wich daher auf die für sie ungewohnte Bahn aus und wurde mit großem Vorsprung deutsche Meisterin über 5000m. Leider vertrugen ihre Waden die Spikes nicht, so dass sie bei der EM mit Straßenlaufschuhen an den Start ging. Bei Kilometer vier musste sie, nachdem sie gerade zur Spitze aufgeschlossen hatte, das Tempo deutlich erringen. Als Achte verfehlte sie die Olympia-Norm für diese Distanz.

Ein sportliches Happy-end gelang ihr beim Frankfurt-Marathon im Herbst, bei dem sie sie deutsche Meisterin wurde und als Zweite in der Gesamtwertung abschloss. Den Landesrekord unseres einstigen Spitzenläuferin Luminita Zaituc verbesserte sie dabei auf 2:25:42 Stunden. Damit hat sie die Qualifikation für die WM 2017 in der Tasche. Trotz der Enttäuschungen war es für ein Fate ein überaus erfolgreiches und auch ein wegweisendes Jahr. In dessen Verlauf hat sie sich zusammen mit ihrem Ehemann von alten Ratgebern gelöst und ihr Management stärker in eigene Hände genommen. Und in ihrer Wahlheimat hat sie nun noch tiefere Wurzeln geschlagen.

Sören Ludolph

​Sören Ludolph (rechts) spielte bei den Deutschen Meisterschaften über 3 x 1000 m seine taktische Stärke aus. Foto: Großmann                 

Taktisches Geschick bewies Sören bei der Staffel-DM in Mönchengladbach, als er mit zwanzig Metern Rückstand auf den führenden Huber den Stab als Zweiter übernahm und mit den spurtstarken Sebastian Keiner (Erfurt) und Markus Kessler (Karlsruhe) ausgerechnet die beiden hungrigsten Jagdhunde im Genick hatte. Angesichts dessen stand vor einer schwierigen Entscheidung. Sollte er bei geringer Siegchance das Trio an Huber heranführen und den Windschattensurfern hinter sich die Gelegenheit bieten, ihn nach getaner Tempoarbeit grußlos zu überspurten? Oder war es schlauer, Huber enteilen zu lassen und sich auf den Kampf mit Kessler und Keiner zu konzentrieren? Sören entschied sich für die dem Fußball entlehnte kontrollierte Offensive, die ihm auf der Zielgeraden Körner für den erfolgreichen Spurt ließ und den leicht gehetzt wirkenden Huber noch in die Bredouille brachte. Nachdem die LG in 7:08,54 Minuten knapp hinter Regensburg und ebenso knapp vor Karlsruhe und Erfurt Rang zwei erkämpft hatte, fühlten sich die Medaillengewinner aller drei Farben als Sieger.

Bei den Europameisterschaften gelang Sören der souveräne Einzug in das Halbfinale. Hier hingen die Trauben aber doch etwas zu hoch. Spätestens da wurde klar, dass die neuerliche Olympia-Qualifikation für ihn außer Reichweite lag. Sören geht als Olympia-Teilnehmer, zweifacher EM-Halbfinalist bei Europameisterschaften, insgesamt achtfacher deutscher Meister (fünf Einzel- und drei Staffeltitel) sowie als Landesrekordinhaber (1:44,80 Minuten) in die Braunschweiger Mittelstreckenhistorie ein. Nun will er sich seinem Berufsleben bei der Landespolizei widmen und den Hubschrauber-Pilotenschein erwerben. Vielen Dank für die so erfolg- und ereignisreichen Jahre und viel Glück auf Deinem weiteren Weg, Sören!

Karsten Meier

Unser Langstreckenläufer Karsten Meier war in den vergangenen Jahren die Beständigkeit in Person und platzierte sich regelmäßig unter den ersten Acht bei deutschen Meisterschaften. Nach der Hallen-DM, bei die er über 3000m einmal mehr Achter wurde, erklärte er, dass es nun an der Zeit sei, auch einmal eine Medaille zu gewinnen. Wenig später war es so weit. Bei der Cross-DM fand Karsten genau jene Gegebenheiten vor, die ihm im großen Sortiment an unterschiedlichen Profilen und Bedingungen dieser Disziplin am meisten liegen. Wenn im Matsch gefightet wird, wenn der Konkurrent wegrutscht und einem mit den Spikes die Beine blutig schrammt, wenn die Laufschuhe im Morast versinken oder gar ganz verschwinden, dann ist der sanftmütige Karsten unser bester Krieger. Dies liegt zum einen an seinen körperlichen Voraussetzungen und seinem Laufstil, zum anderen aber auch an seiner mentalen Fähigkeit, sich auf widrige Umstände einzustellen. Hinter den frühzeitig weitenteilten vielfachen deutschen Meistern Richard Ringer (Friedrichshafen) und Mitku Seboka (Fürth) setzte sich Karsten Meier ab der Streckenhälfte im Kampf um Bronze nur noch mit Eyob Solomon (Wenden) auseinander. Als auch dieser einen Kilometer vor dem Ziel abreißen ließ, lief Karsten ungefährdet der ersehnten Bronzemedaille entgegen.

Noch ehe sie auf der Bahn so richtig losging, endete die Saison für Karsten leider jäh. Bei einem Trainingslauf knickte er mit dem Fuß um. Diagnose: Knochenbruch! Seinem Naturell gemäß jammerte Karsten nicht lange über das Missgeschick. Er absolvierte im schwedischen Uppsala ein Praktikum und baute sich dort in kleinen Schritten und mit langem Atem für die Saison 2017 auf.

​Karsten beim Meeting in Erfurt.      Foto: Kiefner

Andreas Lange und Florian Pehrs

​Andreas Lange bei den DM Halle. Foto: Kiefner

Talente, die zunächst überfliegerhaft Rekorde brechen und Titel sammeln, in späteren Jahren aber keine Fortschritte mehr verzeichnen, leiden an dem Wunderkind-Syndrom. Sie müssen, wenn die steile Aufwärtsentwicklung abbricht und stattdessen Stagnation oder Rückschritt herrschen, einen Umgang finden mit den hohen Erwartungen und den Enttäuschungen - ihren eigenen wie mit denen ihres Umfelds. Man stellt sich dann bohrende Fragen: Bin ich durch eigene Fehler vom Erfolgskurs abgekommen? Habe ich durch die frühen Erfolge meine Unbefangenheit verloren und nun ein „Kopfproblem“? Oder habe ich einfach nur schneller mein athletisches Potential zu weiten Teilen ausgeschöpft als andere? Unsere Mittelstreckler Andreas Lange und Florian Pehrs waren solche Frühentwickelten, denen zunächst alles zuzufallen schien, die sich in den vergangenen Jahren aber daran gewöhnen mussten, dass sich die Erfolge irgendwann davonschlichen. Beide sind damit professionell und gelassen umgegangen. Blieben ihrem Sport verbunden, zeigten sich stets verständig sowie veränderungsbereit und im Übrigen weit davon entfernt, sich nur über sportliche Erfolge zu definieren.

Florian ist für die LG Braunschweig, zu der er vor acht Jahren wechselte, ein wichtiger Mannschaftsläufer im Cross- und Straßenlauf geworden. Aus dem Landeskader ist er nun zurückgetreten, weil er sich künftig selbst steuern und justieren möchte. 800-m-Läufer Andreas zeigte sich enttäuscht darüber, dass er die angepeilte EM-Norm (1:46,50 Minuten) mit 1:47,70 Minuten recht deutlich verfehlte. Im Finallauf der deutschen Meisterschaften hatte er großes Pech. Besagter Konkurrent, der später Sören in die Quere kam, drängelte ihn unter Einsatz seines Ellenbogens von der Bahn und nahm ihn so aus dem Rennen. Bei der Hallen-DM im Winter hatte Andreas mit Platz 4 den anvisierten Medaillenrang zuvor knapp verpasst. 2017 möchte Andreas ausschließlich unter der Anleitung des Landestrainers Jörg Voigt trainieren, der ihm auch die 1500 Meter schmackhaft gemacht hat und mit allerlei Elementen dafür sorgen möchte, dass Andreas so schnell nichts und niemand mehr umhaut.

Viktor Kuk

Das Jahr begann bestens für Viktor Kuk, dem eine Woche nach der Verteidigung des Titels bei der Staffel-DM (Halle) Rang sechs bei den Meisterschaften über 1500 Meter in Leipzig gelang. Im Sommer erwischte der Lehramtsstudent ausgerechnet bei den deutschen Meisterschaften einen schwarzen Tag. Zum ersten Mal seit unvordenklicher Zeit verabschiedete er sich sang- und klanglos aus dem Wettbewerb und zur Bestrafung seiner selbst auch vom Meisterschaftsort. Seinen Plan für Sonntag hatte er umgestellt. Statt des Finallaufs stand nun die Arbeit an einem Referat auf dem Programm.

Eine Woche später war Viktor wieder in der Spur und legte mit energischem Lauf den Grundstein zum Staffel-Silber bei der DM über 3x1000m in der Halle. Seine Saison abrunden konnte er im belgischen Kortrijk wo ihm mit 3:46,87 Minuten Saisonbestzeit knapp hinter seinem Rekord aus dem Jahr 2105 gelang. Nicht so ganz gefällt Viktor, dass er in der LG ebenso wie in Niedersachsen immer nur die Nummer drei war und ist. Wenn er bei Landesmeisterschaften ebenso wie Sören und Andreas Doppelstarts unternahm, blieb ihm stets die Rolle des zuletzt nur knapp geschlagenen Herausforderers. Ob sich ohne Sören daran im nächsten Jahr etwas ändert, ist angesichts des Zugangs durch Julius Lawnik eine der spannenden Fragen für 2017.

​Viktor Kuk beim Sparkassen-Meeting in Hannover.                                    Foto: Großmann

Heiko Baier

Heiko Baier hat nach Ende der Saison 2016 ernsthaft erwogen, die Laufschuhe an den Nagel zu hängen. Dafür sprach und spricht gewiss einiges. So viele Erfolge hat er schon eingefahren, was soll da noch kommen? Zumal sein Zenit doch überschritten zu sein scheint. Das elterliche Möbelgeschäft wartet auf den Juniorchef, zudem werden die Beschwerden häufiger, die Ausfallzeiten länger. Was verbindet Heiko überhaupt noch mit seinem Sport? Gut, da ist schon noch das eine oder andere. Das Jucken im großen Zeh zum Beispiel, das er noch immer verspürt. Der Reiz des Kräftemessens mit anderen. Die immergrüne Frage, was sich aus dem eigenen Körper herausholen lässt. Der Spaß daran, sich in der Läuferszene zu bewegen und im Team erfolgreich zu sein. Andererseits muss man irgendwann einen Schlussstrich ziehen. Das weiß auch Heiko. Und so sitzen wir nun hier und überlegen, wie wir Heiko verabschieden. Gar nicht wahr! Er hängt doch noch ein Jahr dran. Vielleicht auch mehr ;-)

Das Junior-Laufteam - U23

Im Jahr nach seiner großen Steigerung auf 8:37 Minuten und Platz fünf bei der U20-DM ließ es Tim-Niklas Schwippel ruhiger angehen. Das war einerseits durch Verletzungen bedingt, andererseits durch jenes Luftholen, das den Wechsel von der Jugend in die Hauptklasse insbesondere dann kennzeichnet, wenn er vom Studienbeginn und Ortswechsel begleitet ist. Tim erwies sich als Minimalist und holte sich bei den Landesmeisterschaften über 5000 Meter völlig überraschend den Titel. Dies wurde von der Abwesenheit des verletzten Karsten Meier ebenso begünstigt wie von der mangelnden Motivation eines Teils der Konkurrenz. Diese trat nämlich im Glauben an die Braunschweiger Dominanz gar nicht erst an. 2017 wird sich Tim zusammen mit seinem WG-Partner David Brecht darum bemühen, den Abstand zur absoluten LG-Spitze zu minimieren.

Wie Tim so gewann auch Paul Lennart Kruse einen Landestitel, und wie bei Tim ist auch dieser Titelgewinn der Zurückhaltung der Konkurrenz zu verdanken. Im gemeinsamen Rennen der Männer und jüngeren Senioren über 10.000 Meter musste Paul Lennart zwar unseren Neuzugang Andreas Kuhlen (Löningen) ziehen lassen. Der aber hatte auf Drängen seines Clubs, des Ausrichtervereins, den sicheren Titel in der M30 vorgezogen und wurde nach der Bestimmung, nur in einer Klasse melden zu dürfen, auch nur für diese Altersklasse gewertet. Im Falle Paul Lennarts bestätigte sich die Erfahrung, dass nicht gewinnen kann, wer sich dem Wettkampf nicht stellt, und dass die Chancen auf einen Überraschungscoup umso höher werden, je häufiger man startet.

​Fabian Brunswig (v.l.), Tim-Niklas Schwippel und Paul Lennart Kruse im Einsatz über 5000 m.        Foto: Großmann

Mit ähnlichen Gedanken trug sich Steffen Brümmer am Ende des Jahres 2016. Der Sechste der Jugend-DM 2013 genoss als Absolvent der Polizeiakademie in Nienburg die Privilegien eines Kaderathleten. Zugunsten des Sports wird die Ausbildung verlängert und lässt mehr Zeit für das Training. So richtig vorwärts ging es bei Steffen aber leider nicht. Verletzungsbedingt musste er immer wieder bei Null anfangen. Die dienstlichen Vorzüge wurden zur Last. Wenn es sportlich nicht vorwärts geht und das Studium verschleppt wird, welchen Sinn hat dieser Weg dann noch für ihn? Steffen entschloss sich, in den normalen Studiengang überzuwechseln. Auf diese Weise macht er sein Examen ein Jahr eher, und im Sport wird Druck von ihm genommen, was sich leistungssteigernd auswirken könnte.

Auch für Fabian Brunswig ergaben sich aus dem unbefriedigenden Jahr 2016 mancherlei Fragen. Aufwand und Ertrag standen bei dem 23-Jährigen, der 2012 an der Weltmeisterschaft für die Altersklasse  U20 teilgenommen hat, wie schon in den Vorjahren nicht mehr im rechten Verhältnis. Das letzte Erfolgserlebnis stammte aus dem Jahr 2015, in dem Fabian mit einem starken Beitrag der zweiten LG-Staffel die überraschende Bronzemedaille über 3 x 1000 Meter sicherte. Gleichwohl blieb die Frage nach den Ursachen seiner rätselhaften Schwankungen ohne befriedigende Antwort. Sein zum Jahresende verkündetes Karriereende ließ sich daher gut nachvollziehen. Die Laufgruppe unserer LG verliert mit Fabian, der seinen Humor nie verloren hat, neben einem begabten Mittelstreckler auch ein Unterhaltungstalent, das unsere geselligen Zusammenkünfte stets mit frechen Sprüchen, Geschichten und anderen witzigen Einlagen bereichert hat.

Das Junior-Laufteam - U20 und U18

Dass sich aus einer großen Gruppe schnell auch eine Spitze bilden kann, zeigte sich an der Nachwuchsgruppe des MTV. Innerhalb eines Jahres entwickelte sich Max Dieterich vom Unbekannten auf Landesebene zum DLV-Kaderathleten. Er begann in der Halle mit noch eher unauffälligen Zeiten und Platzierungen. Anschließend überraschte er Im Crosslauf mit seinem ersten Landestitel und Rang 7 auf Bundesebene. Dabei führte er Johannes Voigt und Linus Witzel zur umjubelten Bronzemedaille in der Mannschaftswertung. Schließlich stellte er auf der Bahn eine Serie von Bestzeiten auf. So steigerte er sich über 800m auf 1:54,35 Minuten. Diese Zeit stellte er im DM-Finale der U18 auf, in dem er die Bronzemedaille errang.

Landes- und Bundestrainer waren sich dabei einig, dass Max als schnellster Athlet auf den letzten 200 Metern mit etwas mehr Routine das Finale gewonnen hätte. Er wurde in den Bundeskader berufen und genießt auch die besondere Obhut der Landestrainer Jörg Voigt und Tim Jurich. Nebenbei spielte er in seiner Heimatgemeinde Jerxheim Fußball, wo man auf als ihn als Teamkapitän nicht verzichten mochte. Seine übrige Freizeit verbringt er mit dem Musizieren. Er ist Bandleader, spielt auch im Schulorchester seiner Gesamtschule in Wolfsburg und scheut sich nicht, bei großen Feiern zur Gitarre zu greifen und selbst komponierte Lieder zu spielen.

Im Gleichschritt, wenn auch etwas versetzt, ging es 2016 mit David Brecht und seinem U20-Altersklassenkollegen Henrik Wagner aufwärts. Beide entstammen ursprünglich der Nachwuchsgruppe im MTV, die Süleyman Kuzguncu und Kolja Kloja trainieren. Heute gehören sie unterschiedlichen Rennställen innerhalb unserer LG an. Henrik ist bei Eintracht in Ralf Webers Obhut, David ist im MTV geblieben und wird von Berni Bröger angeleitet. Während sich Henrik und David früher bei jedem Intervalllauf verglichen, sind heute die Begegnungen im Wettkampf umso prickelnder. Die beiden sind besonnene Sportsleute genug, um die LG-interne Konkurrenz als Triebkraft zu schätzen, ohne sie in Neid und Missgunst entgleiten zu lassen. In 25 Jahren, so sagen wir den beiden voraus, werden sie sich an ihre Duelle farbiger erinnern als manches andere. David wurde übrigens in der U20 Landesmeister über 5000 Meter und 10 km. Henrik hatte das Erfolgserlebnis, David im Finallauf der Jugend-DM in Mönchengladbach hinter sich zu lassen.

​Max Dieterichs Jubel über die errungene Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften über 800 m.   Foto: Großmann